Jahresbericht des Präsidiums 2016

Die letzte HV fand erstmals im Eichhof bei Familie Ritz statt. Nicole Inauen, die zuständige Fachperson im Kanton St.Gallen sprach über das neue Beitragssystem LQB (Landschaftsqualitätsbeiträge) für landwirtschaftliche Betriebe. Jakob Ritz erläuterte dann anhand einiger Beispiele, was für Auswirkungen diese Beiträge für Bauern und Umwelt haben. Nach einem feinen Imbiss folgte die ordentliche HV.

Auch diesmal war der Weihnachtsmarkt ein grosser Erfolg. Die Crêpes und der Glühmost fanden grossen Anklang und auch die Gelegenheit zum Plaudern und Diskutieren wurde rege benützt. Der Anlass ist immer eine gute Werbung für die Balger Natur.

Leider war auch im letzten Vorfrühling die Witterung für die Amphibienwanderung ungünstig. Schon früh zogen die ersten Frösche und Kröten los; dann erfolgte ein Kälteeinbruch. Dadurch erstreckte sich die Wanderung über eine lange Zeit, was für die Helfer einen grossen Zeitaufwand bedeutete, mussten sie doch an vielen Abenden die Strasse nach Diepoldsau sperren.

Noch vor dem ersten Pflegetag am 19.März schnitten Betreuer und Mitarbeitende der Organisation Mensch-Natur in Herisau die Weiden am Schnägg. Die feinen Zweige nehmen sie jeweils mit und flechten Osterkörbe daraus. Auch die dickeren sind begehrt und können nach Absprache mit der Balger Natur abgeholt werden.

Auch dieses Jahr wurde an den drei Pflegetagen eifrig gearbeitet. Es galt einiges zu mähen und das Schnittgut zu Haufen aufzuschichten, Brombeeren und Sträucher mussten zurückgeschnitten und wie immer Neophyten ausgerissen und entsorgt werden. Eine Neuerung gab es am Pflegetag vom 27. August – diesen hatten wir wegen des Suserfestes um eine Woche vorverschoben. Etwa acht Kinder halfen im ersten Teil voller Begeisterung mit. Nach der Pause durften sie dann Schlangenbrot backen. Von einem von ihnen ertönte allerdings der Satz: „Ich möchte lieber weiterarbeiten“. Voll Stolz offerierten sie anschliessend uns Erwachsenen vom gut gelungenen Brot.
Auf Anregung von Margrith Hasler sind wir dran, eine Jugendgruppe aufzubauen. Geplant sind die Mithilfe bei den Pflegetagen und ein Ausflug pro Jahr. Wir hoffen damit auch junge Eltern für die Arbeit in der Balger Natur zu begeistern.

Das Gespräch mit unserer Gemeindepräsidentin, Silvia Troxler, ist auch schon Tradition. Es bietet jeweils Gelegenheit zu einem Gedankenaustausch, zu Fragen, Anregungen und hie und da auch zu Kritik.

Trotz des nassen Frühlings konnte die Waldrandbegehung dieses Jahr stattfinden. Förster Fredy Kuster zeigte den Teilnehmenden die wertvollen, gestuften Waldränder im Gebiet Grünenstein. Die ganze Gruppe samt Leiter war überrascht, dass dort mehr als 40 verschiedene Sträucher und Bäume wachsen, darunter auch sehr seltene wie der Faulbaum.

Vielleicht hielt der heftige Regenguss kurz vor Beginn einige von der Fahrt nach Altstätten ab. Meinrad Gschwend konnte doch noch acht Personen begrüssen. Auf teils unbekannten Wegen führte er die Gruppe durch Altstätten. Dabei zeigte er einige botanische Besonderheiten und wusste viel über ihre Geschichte zu erzählen. Mit Schmunzeln nahmen wir zur Kenntnis, dass es auch in andern Gemeinden nicht nur Einigkeit zwischen Behörden und Naturschützern gibt. Vor dem gemütlichen Ausklang in der Klostermühle stiegen wir noch zur imposanten alten Eiche hinauf. Man schätzt ihr Alter auf gute 500 Jahre. Was sie wohl alles Schönes und weniger Erfreuliches erlebt hat. Jetzt beherbergt sie unter anderem ein Hornissennest.

Am 17.September führte Margrith Hasler eine Schar Erwachsene und Kinder in die Mastrilser Auen in der Nähe von Landquart. Unter naturkundlicher Leitung wanderte die Gruppe ca drei Stunden dem Fluss entlang bis Untervaz. Hier fliesst der Rhein noch recht natürlich in seinem alten Bett. Die Uferwälder und Kiesflächen werden regelmässig überflutet. Flussregenpfeifer und Eisvögel brüten im Gebiet, auch sind grosse Flächen vom vitaminreichen Sanddorn bewachsen. Das Ganze gibt einen Einblick, wie Teile des Rheins vielleicht in einigen Jahren, nach Abschluss des Projekts Rhesi, aussehen könnten.

Bei dieser Gelegenheit möchten wir auch wieder einmal auf unsere homepage hinweisen. Von vielen Anlässen finden sich dort Bilder ebenso von unseren Schutzgebieten. Auch das Jahresprogramm und weitere Informationen sind aufgeführt. Dazu gibt es einige Links zu befreundeten Organisationen oder interessanten Seiten.

Das Projekt zur Unterstützung des Glögglifroschs – eines der grossen in den letzten Jahren – steht kurz vor dem Abschluss. Je ein Weiher im Wolkenberg und in der Nähe des Pfadiheims wurden ausgebaggert oder vergrössert. Bei letzterem erstellte eine Mitarbeiterin des Werkheims Wyden eine Trockenmauer. Bewusst wurden einige grössere Abstände zwischen den Steinen eingehalten, damit sich die Tiere dort verkriechen können. Gleichzeitig wurde im Wolfsbachtobel und beim Werkhof der Wald etwas ausgelichtet um günstige Bedingungen für die Geburtshelferkröte zu schaffen. Die letzten Arbeiten am Weiher des Wydenbachs werden diesen Winter noch ausgeführt. Ob all die Aufwertungen wirklich zu einer Zunahme der Population führen, wird wahrscheinlich erst in einigen Jahren sichtbar sein.

Einen besonderen Dank möchten wir unserem ehemaligen Präsidenten Hansjörg Schiesser aussprechen. Er hat mit einigem Aufwand die Mauer beim Südeingang Höchstern ausgebessert und zum Teil neu aufgebaut. Leider haben auch wir immer wieder mit Vandalismus zu kämpfen.
Ein zweites Dankeschön geht an Kantilehrerin Cornelia Bally. Seit Jahren arbeitet sie mit ihren SchülerInnen in der Höchstern. Diesmal verbrachten sie sogar zwei Tage mit praktischer Arbeit. Am ersten rodeten sie die vielen Goldruten und Knöteriche, die trotz aller Arbeit immer wieder auftauchen. Am zweiten halfen sie dem Förster im Wald.

WUnser Dank gilt ebenfalls allen Mitgliedern für ihre Unterstützung. Ebenso erwähnen möchten wir unsere VorstandskollegInnen und unsere Kassierin, Lydia Rüesch für Ihre selbstverständliche und engagierte Mitarbeit.

Balgach, im Oktober 2016

die PräsidentInnen

Marianne Hangartner Tobias Schmidheini

Jahresbericht des Präsidiums 2015

Anlässlich der letzten HV zeigte sich einer der Vorteile des Kopräsidiums. Tobias Schmidheini erfuhr erst am Nachmittag, dass er abends die HV leiten müsse. Marianne Hangartner war so stark erkältet, dass sie nicht mehr laut sprechen konnte. Er meisterte die überraschende Aufgabe aber souverän.

Eentsprechend dem Jahresthema Nussbäume berichtete Hans Oppliger vom Landwirtschaftlichen Zentrum Sennwald über die Tätigkeit des Vereins Nussdorf Frümsen. So ist dieser seit einigen Jahren daran, Nussbäume aus allen Gegenden der Schweiz zu setzen, unterdessen sind es schon etwa 70 Sorten. Er betonte, wie wichtig die genetische Vielfalt sei, da man so bei Neuzüchtungen über ein breites Fundament verfüge.

Auch der Weihnachtsmarkt stand unter dem Thema Nüsse/Nussbäume. So durften die Kinder Nüsse über eine Kügelibahn rollen lassen. Viel Aufmerksamkeit genoss die Landkarte von Balgach, auf der bekannte Nussbäume mit Stecknadeln bezeichnet werden konnten. Aber noch wichtiger war den meisten Leuten natürlich das leibliche Wohl. Die verschiedenen, feinen Crêpes und der Glühmost fanden wieder grossen Absatz.
Das verstärkte Sicherheitsdenken macht auch vor uns nicht Halt. Aus feuerpolizeilichen Gründen brauchen wir neu ein Feuerlöschgerät beim Stand, dazu müssen wir das Ofenrohr massiv verlängern und eine Abschrankung um den Ofen stellen.

Wie immer im frühen Frühling erneuerten einige Frauen die Weidenhecke am Schnegg in der Höchstern. Da alle Zweige durch Mitarbeitende der Organisation Mensch-Natur in Herisau geschnitten und schön aufgehäuft worden waren, konnten sie sich aufs Ausfüllen der immer wieder entstehenden Lücken beschränken. Es blieb aber auch so noch recht viel Arbeit mit Einschlagen der Stecklinge und Flechten des lebendigen Hags.

Wegen der Kälte wurde der Lehmstampftag im Buggler auf März verschoben. Wie auf der Foto zum Artikel im Rheintaler (verfasst von Jolanda Spirig) zu sehen war, arbeitete eine wetterfeste Gruppe von Erwachsenen und Kindern mit Begeisterung.. Es galt, zwei Kubikmeter Lehm im Weiher festzustampfen, damit das Wasser nicht mehr versickern kann. Bis jetzt fanden sich junge Feuersalamander und Bergmolchlarven ein. Für den Glögglifrosch brauchts wohl noch etwas Geduld.

Vom wettermässig nicht so tollen Mai war auch unsere Abendveranstaltung „Vielfalt am Waldrand „ betroffen. Es regnete und war kalt. So entschlossen wir uns, die Exkursion abzusagen. Tobias Schmidheini begab sich trotzdem zum Treffpunkt und fand dort einige ganz Wetterfeste vor, denen er eine Privatführung anbot. Wir werden die Veranstaltung nochmals ins nächste Jahresprogramm aufnehmen und hoffen auf besseres Wetter.

Ebenfalls im Mai erlebten etwa 10 Teilnehmende mit Thomas Riedener einen interessanten und genussreichen Vormittag im Keller und Garten des Restaurants Rössli zum Thema Hirnnahrung. Nach einem theoretischen Teil und der rege genutzten Fragerunde gab‘s feine Muster zum Probieren. Diese kulinarischen Anlässe sind unterdessen eine kleine Tradition und sehr beliebt.

Infolge eines Missverständnisses wurde der Pflegetag vom Juni nicht in der Zeitung ausgeschrieben, dazu waren erst noch einige Vorstandsmitglieder verhindert. So kamen einzig drei Männer in die
Höchstern, die aber mit grossem Einsatz die dringendsten Arbeiten erledigen konnten. Zum Glück hatten Geri Wicki und Otto Nüesch schon im Voraus einiges gemäht.

Auf viel mehr Interesse stiess der Anlass zum Thema Biber, der zusammen mit der Gruppe Junger Mütter organisiert wurde. Am sogenannten Vatertag besuchen die Kinder für einmal mit ihren Vätern eine Veranstaltung. Ueber 50 Personen meldeten sich an und genossen einen herrlichen Tag im Tratthof. Eine Vertreterin des WWF brachte den Kindern auf sehr anschauliche Weise den Biber und sein Leben näher. Nach dem Grill-Mittagessen durften die Kinder mit Klötzen eine Biberburg bauen, Biberbilder malen und zeichnen oder einer Bibergeschichte zuhören. Auch das gespannte Seil über den Binnenkanal wurde rege benützt.

Der 5.September war ein richtiger Balger Natur Tag. Morgens stand der Pflegetag in der Höchstern auf dem Programm, an dem wieder mehr fleissige HelferInnen teilnahmen.
Nachmittags fand der Ausflug ins Nussdorf Frümsen statt. Hans Oppliger, der schon an der letzten HV referiert hatte, empfing Velo- und BusfahrerInnen an der Haltestelle in Sennwald und führte uns auf einem schönen Wanderweg nach Frümsen. Schon bald trafen wir entlang des Weges auf die ersten Nussbäume, alle bezeichnet nach ihrer Herkunft. Immer wieder entdeckten wir ältere und jüngere Bäume und wurden ausführlich über Historisches, verschiedene Sorten und den Anbau informiert. Beim Staatswingert erwartete uns noch ein feines Zvieri. Die Zeit reichte gerade noch für eine kurze Besichtigung des Rebbergs, bevor wir uns auf den Heimweg machen mussten.

Obwohl wahrscheinlich die meisten Vorstandsmitglieder lieber draussen arbeiten oder an einem Ausflug teilnehmen, gehören halt auch Sitzungen zum Vereinsleben. Viermal trafen wir uns letztes Jahr und behandelten dabei 35 Traktanden. Viele davon kommen bei jeder Sitzung vor, so Rückblicke und Vorschauen auf die verschiedenen Veranstaltungen. Was diesmal jedoch mehr Zeit als üblich beanspruchte, war die Erstellung einer neuen homepage. Da Hermann Schachtler, der die alte eingerichtet und betreut hatte, im Frühjahr nach Rebstein gezogen und aus dem Vorstand ausgetreten war, setzten sich Margrith Hasler, Thomas Riedener und Tobias Schmidheini zusammen mit einem professionellen Anbieter an eine neue. Seit heute ist sie nun aufgeschaltet und wir hoffen alle, dass sie rege angeklickt wird.

Ein ganz erfreuliches Ergebnis brachte das letzte Gespräch mit Gemeindepräsidentin Silvia Troxler. Sie und das Bauamt versprachen uns, acht ausgewählte Areale naturnah zu pflegen, d.h. erst nach Mitte Juni zu mähen und das Schnittgut abzuführen. Ich bin überzeugt, dass dabei auch Milly Hugs stete Bemühungen um mehr Lebensvielfalt in unserer Gemeinde stark mitgeholfen haben. Deshalb auch ihr ein herzliches Dankeschön.

WWenn wir schon dabei sind: Herzlichen Dank allen Mitgliedern, die auf irgendeine Art unsere Arbeit unterstützen, sei es durch Mitarbeit an den Pflegetagen, Teilnahme an den verschiedenen Anlässen oder einfach durch ihren Mitgliederbeitrag. Wir können stärker auftreten, wenn wir viele Gleichgesinnte mit uns wissen. Vielen Dank auch an Jolanda Spirig für Ihre engagierten Fotoberichte im Rheintaler. Einen grossen Dank auch den KollegInnen vom Vorstand, die – oft auch im Stillen – viel Arbeit für eine lebenswerte Gemeinde leisten

Balgach, im Oktober 2015

die PräsidentInnen

Marianne Hangartner Tobias Schmidheini