AKTUELLES

AUS BALGACH

fm1today.ch vom 19.10.2020

Naturschützer fordern Umdenken: «Wir hinken hinterher»

Die Rheintaler Gemeinden entwerfen derzeit ergänzend zum Planungs- und Baugesetz des Kantons St. Gallen lokale Entwicklungskonzepte und Baureglemente. Lokale Naturschutzorganisationen sehen das als Chance, den Natur- und Umweltschutz zu fördern.
«Jetzt haben wir die Chance, in der Neugestaltung des Baureglements vieles besser zu machen. Die Bauerei darf nicht mehr auf Kosten der Natur gehen», sagt Tobias Schmidheini vom Verein Balger Natur. Unter seiner Leitung haben sich lokale Naturschutzorganisationen und Privatpersonen von Thal bis Rüthi zusammengetan, um sich für Anliegen rund um die Natur einzusetzen.

«Umgebungsgestaltung muss angepasst werden»
Die Naturschützer haben den Rheintaler Gemeinden ein Dossier zukommen lassen, in dem sie beschreiben, was im Baureglement verankert werden sollte: Heisse Kiesdächer, sterile Steingärten, Kunstrasen, Neophyten (nicht einheimische, invasive Pflanzen) und mehr sollen nicht mehr erlaubt sein.

GEMEINDE BALGACH

Waldbiodiversität

Der Wald bedeckt rund ein Drittel der Kantonsfläche. Mehr als 40 Prozent der bei uns vorkommenden Tiere und Pflanzen – somit über 30'000 Arten – sind auf den Wald als Lebensraum angewiesen.
Der Wald ist überraschend vielfältig! Über 30'000 Pflanzen- und Tierarten haben im Wald ihr Zuhause. Eine lange Tradition des naturnahen Waldbaus sorgt für eine Vielfalt an Lebensräumen und ökologischen Strukturen. Der Zustand der Biodiversität in der Schweiz insgesamt ist aber unbefriedigend; auch im Wald bestehen gewisse Defizite. Mit gezielten forstlichen Massnahmen gilt es die Waldbiodiversität zu erhalten und zu fördern, denn der Wald soll ein Hotspot der Biodiversität bleiben. Waldeigentümer und Forstdienst legen sich für die Waldbiodiversität ins Zeug!
Kanton St.Gallen übernimmt nationalen Schwerpunkt
Das Bundesamt für Umwelt BAFU setzt im Jahr 2020 zusammen mit den Kantonalen Forstdiensten einen Schwerpunkt bei der Waldbiodiversität:
  • Der Wald ist zentral für die Biodiversität
  • Der Wald liebt das Chaos – Totholz im Wald ist gut für die Biodiversität
  • Ein vielfältiger und artenreicher Wald ist besser auf den Klimawandel vorbereitet
  • Naturnahe, nachhaltige Nutzung – die Biodiversität dankt’s

Rheintaler vom 05.09.2020

Rheintaler Naturschutzvereine fordern mehr Natur- und Umweltschutz bei der Ortsplanung und der Neugestaltung der Baureglemente

Unter der Leitung unseres Co-Präsidenten Tobias Schmidheini trafen sich am 10. Juni 2020 – coronakonform – 28 Vertreter der Rheintaler Naturschutzgruppen von Thal bis Rüthi im evang. Kirchgemeindehaus in Heerbrugg. Ziel dieses und weiterer Treffen war, gemeinsam Natur-/ Umweltschutz-Richtlinien und Vorschläge zu erarbeiten, welche für die Ortsplanung im St. Galler Rheintal wegleitend sein soll. Die lokalen Naturschutzorganisationen sehen in diesen eine grosse Chance, um mit den Planungsarbeiten Antworten auf absolut dringende Zukunftsherausforderungen zu finden. Lokal verantwortungsbewusst zu handeln, sind wir unseren Nachkommen schuldig!

Der Fokus liegt auf folgenden Herausforderungen:

• Verlust an Biodiversität
• Klimaveränderung mit vermehrten langen Trocken- und Hitzeperioden und sintflutartigen Regenmengen
Die aktuellen Planungsarbeiten müssen diese riesigen Herausforderungen ernst nehmen, einbeziehen und alles daransetzen, dass für die nächsten Jahrzehnte eine wirklich nachhaltige Entwicklung vorangetrieben wird. Ökologische und Naturschutzanliegen sind ebenso ernst zu nehmen wie die ökonomischen und sozialen. Denn Naturschutz ist Menschenschutz! Noch nie haben sich in unserer Region die Naturschutz-Vertretungen zusammengeschlossen, um ein Anliegen gemeinsam einzubringen und voranzutreiben. Dass dies unter der Leitung von Tobias Schmidheini gelungen ist, ist ein Zeichen für die Dringlichkeit des Themas. Mit der Gestaltung der Planungsgrundlagen und der neuen Baureglemente haben wir die einmalige Chance, mit wenig Aufwand viel Gutes zu tun. Unsere Forderungen sind realistisch, zeitgemäss, nötig und zukunftsgewandt. Sie sind nicht aus der Luft gegriffen und absolut umsetzbar. Viele Städte in der Schweiz haben die beiliegenden Ideen bereits im Baureglement verankert. Und - ist es nicht bedenklich, dass Städte, wie Zürich heute biodiverser sind als die ländlichen Gemeinden des Rheintals? Es ist Zeit, zu handeln. Die Anliegen der Biodiversitätsförderung müssen prominent Einlass in die revidierten Entwicklungskonzepte und Baureglemente erhalten, denn die Klimapolitik und Biodiversitätsförderung beginnt lokal, im Siedlungsgebiet vor der Haustüre und in der unmittelbaren Umgebung. Das Rheintal wird wegen der Innovationskraft der Bevölkerung gelobt. Wie wäre es, die Chance zu nutzen, gemeindeübergreifend und vereint zu einem Musterbeispiel für die Biodiversitätsförderung zu werden?

Mittwoch, 12. August 2020 | 19.00 Uhr | Balgach

Begehung Naturfreundlicher Gärten

Unter der Leitung von Tobias Schmidheini organisierte der Verein «Balger Natur» am Mittwoch 12. August einen Dorfrundgang und besuchte fünf naturnahe Gärten in Balgach.
Die zahlreiche Schar traf sich zuerst an der Kornstrasse bei Milly Hug, welche ihr kleines Paradies vorstellte und uns mit vielen wertvollen Tipps bereicherte. Danach erkundeten wir die «wilde» Naturoase mit Gemüse, Früchten, Wildpflanzen und Bäumen von Bruno und Fernanda Wild. Auf einer sehr grossen Fläche bieten sie ein Zuhause für verschiedene Insektenarten und gefährdete Tiere. Mit dem Velo fuhren wir weiter zu Silvia und Kuno Kuster an die Breitestrasse, welche mit einem sehr abwechslungsreichen, wunderschönen, bunten und riesigen Garten auf uns wartete. Der selbstgemachte Haustee mit Kräutern und Rosenblättern war ein Genuss. Um ca. 20.30 radelten wir zum «Show Garden» von Anouchka und Alex Lototzky. Den Garten durften wir frei besichtigen, dabei überzeugte vor allem die moderne Kombination von verschiedenen natürlichen Elementen, wie Pflanzen, Kies, Wasser, Metall und Holz. Unerwartet schlossen wir den Abend im fünften Garten von Denise und Tobias Schmidheini ab. Bei einer kleinen Einführung über das Imkern erfuhren wir, dass es Ihnen nicht in erster Linie um grosse Honigerträge geht, sondern um die Entwicklung der Bienen-Stämme. Das Wetter spielte super mit und wir durften einen wunderbaren, gemütlichen Abend mit «Balger Natur» Mitgliedern, Nichtmitgliedern und Gemeindevertretern verbringen. Es freut uns, dass die Natur vielen am Herzen liegt und motiviert uns weitere ähnliche Veranstaltungen durchzuführen.

Gewinner Biodiversitäts-
wettbewerb 2019 | 25 Jahr-Jubiläum

Die Projekte unserer Gewinner wachsen und gedeihen. Wir freuen uns sehr.

Trockenmauer & Blumenwiese

Corin und Andreas Grüter
mit Fabian, Ben und Ina
Heimstrasse

Naturnahe Bereiche im Garten

Annette Bertram und Martin Zünd
Florastrasse

Hochstammobstbäume

Hecke, Buntbrache, Fassadenbegrünung sowie Unterschlupf und Nisthilfen für verschiedene Tiere
Mirjam und Simon Zünd, Rosahof

So schützen wir uns vor INVASIVEN NEOPHYTEN

Wer kennt ihn nicht den Schmetterlingsflieder, die Goldrute und den Kirschlorbeer. In einem typischen Schweizer Garten gibt es viele Neophyten. Zum Beispiel setzt man die Thujahecke gerne als Sichtschutz ein. Neben der Tatsache, dass Neophyten für einheimische Tiere oft nutzlos sind, stellt ein Grossteil dieser «exotischen» Pflanzen keine grösseren Probleme dar. Viele haben sich «integriert». Manche Pflanzenarten breiten sich jedoch so stark aus, dass sie Schäden anrichten und einheimische, nützliche Pflanzen verdrängen. Bei diesen Arten spricht man von INVASIVEN NEOPHYTEN (= gebietsfremde Pflanzen).

Wuchernde Exoten

  • Einjähriges Berufkraut (Erigeron annuus)
  • Schmalblättriges Greiskraut (Senecio inaequidens)
  • Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus)
  • Goldruten (Solidago canadensis)
  • Sommerflieder (Buddleja davidii)
  • Japanischer Staudenknöterich (Fallopia japonica)
  • Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
  • Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum)
  • Essigbaum (Rhus typhina)
  • Gewöhnliche Robinie (Robinia pseudoacacia)

Einheimische Alternativen

  • Gewöhnliches Leinkraut (Linaria vulgaris)

  • Pfaffenhütchen (Euonymus_europaeus)

  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)

  • Vogelbeere (Sorbus aucuparia)

  • Traubenkirsche (Prunus padus)

  • Wolliger Schneeball (Viburnum lantana)

  • Sanddorn (Hippophae rhamnoides)

  • Schwarze Königskerze (Verbascum nigrum)

  • Kornelkirsche (Cornus mas)

Wo sind die FARBENFROHEN Schmetterlinge geblieben?

Sind wir in unserer Kindheit im Frühling noch ganz idyllisch von Schmetterlingen begrüsst worden, hält man mittlerweile vergebens nach ihnen Ausschau. Von Mai bis September ist in der Schweiz eigentlich Schmetterlings- Zeit. Doch diese Bilder werden immer seltener, weil es immer weniger Lebensraum für die bunten Falter gibt.

«Alles was gegen die Natur
ist, hat auf Dauer keinen Bestand.»

Charles Darwin

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