PROJEKT BIENEN

WILDBIENE & HONIGBIENE

Weltweit gibt es neun Arten von Honigbienen, von denen acht in Asien heimisch sind. Unterarten der WESTLICHEN HONIGBIENE werden inzwischen weltweit in der Imkerei eingesetzt. In Europa befinden sich mehr als 2'500 Wildbienen, davon sind ca. 600 in der Schweiz heimisch. Die Hummel zählt übrigens auch dazu. Davon stehen circa 45 % der Wildbienen auf der Roten Liste. Oft fehlt es an Futterpflanzen, Nistplätzen, Spazierwege werden geteert, Rasen sind kurz und rein grün gehalten und die Pflanzenvielfalt sehr klein… All dies entzieht der Wildbiene den Lebensraum.
Die Wildbienen werden oft mit der Honigbiene oder Wespe verwechselt. Dabei sind die Unterschiede bei genauerer Betrachtungsweise offensichtlich. Die Honigbiene wurde vom Menschen zur Nutzung von Honig und Bienenprodukten domestiziert und gilt als Nutztier. Unter dem Begriff «Wildbiene» sind nicht «wilde» Bienen gemeint, sondern wurden alle Arten nebst der Honigbiene zusammengefasst. Im Gegensatz zur Honigbiene leben die meisten Wildbienen nicht in Gemeinschaften, sondern einsiedlerisch. Das Zuhause der Honigbiene ist ausschliesslich ein Bienenstock und im Frühsommer herrscht ein reges Treiben, ein einziges Volk kann bis zu 50'000 Bürger umfassen. Fast 50 % der Wildbienenarten nisten unter der Erde. Dabei schaffen Niströhren in der Erde – bevorzugt Sand- und Lehmflächen – den Lebensraum. Weitere Nistplätze bieten morsches Holz, Pflanzenstängel oder sogar leere Schneckenhäuser, die zu Brutkammern umfunktioniert werden.
Wildbiene
(Quelle: bee-carefull.com)
Honigbiene
(Quelle: bee-carefull.com)
Etwa 30 % der Wildbienenarten sind auf wenige Pflanzenarten spezialisiert. Die allein lebende Wildbiene entfernt sich max. 70 bis 500 Meter von ihrem Nest. Die Honigbiene im Vergleich hat einen Aktionsradius von bis zu 7 Kilometern. Als Nahrung dienen Blütenstaub und Nektar, dabei wird bei der Honigbiene der Nektar zu Honig verarbeitet und dient als Vorrat für den Winter. Die Wildbiene verbraucht den Nektar direkt. Wildbienen und Honigbienen bedürfen des Schutzes durch den Menschen. Nistplätze im eigenen Garten helfen Wildbienen. Und es braucht ganz wenig. Ein grösseres Stück Holz, welches mit Bohrlöchern versehen wird. Wichtig ist unbehandeltes Holz zu wählen und dieses an einen regen- und windgeschützten Ort zu platzieren. Besonders geeignet sind «wilde Ecken» im Garten, wo auch das Gras höher wachsen darf. Auch Bienenhotels bieten den Wildbienen ein Quartier.
Nistplatz Wildbiene
(Quelle: bee-carefull.com)
Nistplatz Honigbiene
(Quelle: bee-carefull.com)

BIENE & WESPE

Obwohl sich Bienen und Wespen in mehreren Merkmalen unterscheiden, werden sie doch oft verwechselt. Wichtigster Unterschied, die Wespe produziert keinen Honig. Während die Wespe auffällige schwarz-gelbe Streifen hat, ist der Hinterleib der Biene eher bräunlich. In der Kinderserie «Biene Maja» wurde die Biene mit schwarz-gelben Streifen falsch dargestellt. Der Bienenkörper ist eher rundlich und stark behaart. Die Wespentaille kommt nicht von ungefähr. Die Körpermitte der Wespe ist deutlich schmaler als die der Biene. Dadurch sind Wespen auch sehr beweglich und schneller als die eher «gemütlichen» Bienen.
Obwohl Bienen und Wespen beide einen Stachel haben, gibt es einen wesentlichen Unterschied: Bienen verlieren ihren Stachel, nachdem sie zugestochen haben. Das heisst, die Biene stirbt. Dementsprechend nutzen sie den Stachel nur im äussersten Notfall. Wespen hingegen verwenden ihren Stachel auch, um Beute zu jagen. Das Insektengift betäubt oder tötet das Opfer. Im Gegensatz zur Honigbiene können Wespen mehrfach zustechen. Doch obwohl der Biene beim Stich der Stachel ausgerissen wird und stirbt, pumpt ihr abgetrennter Stachel weiter Gift ins Opfer – mehr als zehnmal so viel wie bei einem Wespenstich. Allerding sind Wespen Aasfressen und können deshalb Keime übertragen. Wespen sind übrigen nicht weniger nützlich für die Natur wie ihre Verwandten, die Bienen. Sie jagen Insekten wie Mücken, Fliegen, Forstschädlinge und Raupen und bestäuben Blüten, genauso wie die Bienen.
Wespe und Biene - Im direkten Vergleich sind die Unterschiede zwischen Biene (rechts) und Wespe (links) deutlich zu erkennen.
(Quelle: blickwinkel/imago images)
Bienen und Wespen gehören zu den staatenbildenden Insekten. Je nach Wespenart kann auch hier ein Staat bis zu 7’000 Tieren bestehen. Dabei ist ein Insektenstaat immer arbeitsteilig organisiert. Sowohl bei Bienen als auch bei Wespen gibt es eine Königin, Arbeiterinnen und Drohnen. Ein Wespenstaat besteht immer nur für einen Sommer. Im Herbst stirbt das Volk und nur die begatteten Jungköniginnen überwintern. Im nächsten Jahr beginnen diese dann ein neues Nest zu bauen und damit einen neuen Staat zu gründen. Im Gegensatz zu Bienen nutzen Wespen allerdings keinen Schwänzeltanz zur Kommunikation. Der Bienenstaat mit bis zu 100.000 Komplexaugen, 200.000 Flügel und 300.000 Beine wirkt auf den ersten Blick wie ein heilloses Durcheinander, ist in Wahrheit aber ein durchorganisierter Superorganismus. Alle Mitglieder des Staates, ob Königin, Arbeiterinnen oder Drohnen, verfolgen das gleiche Ziel: das Überleben des Volkes und seiner Nachkommen zu sichern.

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